Polarforschung

Wie kommt der Kran aus Vechta in die Arktis?

Die „Polarstern" gilt als das Arbeitspferd der Arktis- und Antarktisforschung. Nach seiner Rückkehr aus dem Südpolarmeer erhält der robuste Eisbrecher in diesem Frühjahr in Bremerhaven einen neuen leistungsfähigen Kran. Die Hydraulik dafür stammt aus dem Oldenburger Münsterland, von der Firma Eska in Vechta.

Ein ganzes Jahr bot die Polarstern als Flaggschiff der deutschen Forschungsflotte Wissenschaftlern aus aller Welt ein Zuhause in der Arktis. Kaum zurück von der viel beachteten MOSAiC-Expedition, ging es nach einem Zwischenstopp in Bremerhaven erneut auf große Fahrt – diesmal in die Antarktis. Insgesamt ist das 1978 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegebene Schiff an rund 320 Tagen im Jahr auf See. Es versteht sich von selbst, dass es da keine technischen Ausfälle geben darf.

Im Mai hat die Polarstern deshalb einen weiteren Termin in Bremerhaven. Auf der dortigen Lloyd-Werft wird sie einmal komplett durchgecheckt. Reparatur- und Wartungsarbeiten stehen an. Auch Stephan Kallage, Geschäftsführer der Esla Hydraulik GmbH aus Vechta, wird sich dann auf den Weg in die Seestadt machen. An Bord der Polarstern wird ein neuer Kran aufgebaut, die Hydraulik dafür stammt von dem Unternehmen in Calveslage.

„Dieser Kran ist eine Spezialanfertigung. Er muss auch bei 30 oder 40 Grad minus funktionieren."
Stephan Kallage

„Es handelt sich bei diesem Kran um eine Spezialanfertigung", sagt Kallage. Die Themen Korrosionsschutz und Wetterbeständigkeit spielen eine große Rolle, in den Einsatzgebieten der Polarstern herrschen nicht selten Minustemperaturen von 30 oder 40 Grad. „Und auch da muss das Gerät reibungslos funktionieren." Auf dem Vordeck installiert wird es sich auf eine Länge von mehr als 30 Metern ausfahren lassen und ein Gewicht von rund zwölf Tonnen heben können. Die von Partnerunternehmen zugelieferten Komponenten werden in Vechta zusammenmontiert.

Eska ist auf Aufträge wie diesen spezialisiert. Die Planung, Konstruktion, Fertigung und Montage von Kränen und Teleskopmasten im Yachtstandard gehört seit Jahren zum Leistungsportfolio. Auch mit der hydraulischen Ausrüstung von Arbeitsschiffen, beispielsweise für Offshore-Anlagen, kennen sich Kallages Mitarbeiter aus. „Wir sorgen dafür, dass die Kraft dort ankommt, wo sie gebraucht wird", betont der Firmenchef. Er selbst wäre übrigens gern mal bei einer Fahrt in die Polarregion dabei. Einmal hätte es schon fast geklappt.