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Die Unternehmen müssen sich anstrengen!

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Gehaltsstudie 2017: Fachkräfte im Agribusiness sind begehrt

Emstek. Die Gehälter in der Agrarbranche sind in den letzten drei Jahren weiter gestiegen. Das stellt die Dr. Schwerdtfeger Personalberatung in ihrer neuen Gehaltsstudie Agribusiness fest. Sie gibt den Unternehmen wertvolle Hinweise, was Fachkräfte erwarten und wie man sie binden kann. Ein vernünftiges Gehalt ist nicht alles.

Im Wettbewerb um gute Mitarbeiter müssen sich die Unternehmen im Agribusiness jetzt richtig anstrengen, um als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Der demographische Wandel und die älter werdende Gesellschaft führen zu einem Fachkräftemangel, der sich bei vielen Unternehmen des Agrar- und Lebensmittelsektors zeigt und in den nächsten Jahren verstärken wird. Das hat bereits die Trendstudie Agrar der Dr. Schwerdtfeger Personalberatung im vergangenen Jahr ergeben. Sie wird untermauert von der neuen Gehaltsstudie fürs Agribusiness, die in diesen Tagen erscheint. Sie stellt nüchtern fest, dass die Gehälter in den letzten drei Jahren um rund 15 Prozent über alle Bereiche gestiegen sind, teilweise und je nach Position gehen die Steigerungen noch darüber hinaus.

Die Gehaltssteigerungen sind deutlicher Ausdruck für eine sich verschärfende, wenn nicht gar zuspitzende Situation auf dem Arbeitsmarkt für Agraringenieure. Die Absolventen der Agrarhochschulen sind gut und breit ausgebildet, hochmotiviert und leistungsbereit – das wissen auch andere Arbeitgeber außerhalb der Agrarbranche zu schätzen, die vielfach auch besser bezahlen.

Für die Unternehmen heißt dass, dass sie sich, v.a. angesichts eines Imageproblems einiger Bereiche der Agrarbranche, etwas einfallen lassen müssen, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Schon heute können einige Positionen nur nach langwieriger Suche und manchmal auch gar nicht besetzt werden. Ein vernünftiges, faires Gehalt ist das eine, attraktive Zusatzleistungen sind das andere. „Wir merken zusehends, dass Bewerber nach anderen Dingen fragen“, sagt Dr. Clemens Schwerdtfeger dazu.

Die Stichworte lauten: Work-Life-Balance und Vereinbarkeit von Beruf und Familie, attraktive Arbeitszeitmodelle, mehr Flexibilität und die Möglichkeit zum Homeoffice sowie neue, interessante Vergütungsmodelle mit Dienstwagen, Mobiltelefon oder einer attraktiven betrieblichen Altersvorsorge. Insbesondere der Arbeitsplatz vor der Haustür ist begehrt: Die Besetzung einer freien Stelle scheitere nicht selten an der Notwendigkeit zum Ortswechsel, weiß Schwerdtfeger. Hinzu komme, dass Fach- und Führungskräfte heute im Zuge einer wachsenden Internationalisierung der Unternehmen neben expliziten Fachkenntnissen Sprach- und interkulturelle Kompetenzen und eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit mitbringen müssten. Da klafften Anforderungen und Wirklichkeit zum Teil auseinander.

Schwerdtfeger konstatiert weiter, dass die Erwartungen der Bewerber ambitioniert sind und sie sich das auch leisten können, sie aber gleichzeitig auch eine hohe Leistungsbereitschaft zeigen. Viele Personaler der Agrarunternehmen wissen das und kümmern sich verstärkt um Weiterbildungsangebote, Qualifizierungen, Kinderbetreuung usw. Es gehe um ein aktives Arbeitgebermarketing. „Tue Gutes und rede darüber!“ rät Dr. Clemens Schwerdtfeger den Unternehmen.

Die aktuelle Gehaltsstudie der Dr. Schwerdtfeger Personalberatung hat sich nach 2014 erneut die Gehaltsstruktur in 22 Leitungspositionen des Agribusiness angeschaut: Heute verdienen Beschäftigte des Agribusiness in Leitungspositionen zwischen 80.000 und 90.000 Euro pro Jahr, variable Gehaltsbestandteile sowie Sachbezüge nicht eingerechnet. Die Mitarbeiter der jeweiligen Abteilungen eines Unternehmens erhalten im Schnitt bis zu 55.000 Euro pro Jahr. Die höchsten Bruttojahresgehälter können Mitarbeiter im Vertrieb über Erfolgsanteile erreichen.

Seit der letzten Erhebung der Gehaltsstruktur im Agribusiness 2014 sind die Gehälter damit im Schnitt um 13 bis 15 Prozent gestiegen. Wo die Gehälter möglicherweise moderatere Steigerungsraten aufweisen, kommen ggf. andere Vergütungsmodelle zum Tragen. Firmenwagen oder Sachbezüge wie z. B. eine Bahncard, ein Tank- oder Warengutschein sind attraktiv, wirken sich steuerlich günstig aus und bringen Arbeitgeber wie Arbeitnehmer geldwerte Vorteile.

Insgesamt nähern sich die Gehälter in der Agrarbranche denen anderer Branchen weiter an. Der Wettbewerb um gutes Personal wirkt sich auf allen Feldern aus.

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