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Arbeitslosigkeit im Juli gestiegen

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 Mehr Arbeitslose als im Juni, aber weniger als im Vorjahr
 Anstieg insbesondere durch Schüler und Auszubildende bedingt
 Endspurt am Ausbildungsmarkt 2017

Arbeitslosenzahl: 7.796
ggü. Vormonat: +442 / +6,0%
ggü. Vorjahresmonat: -953 / -10,9%

Arbeitslosenquote (Vorjahreswert): 4,4% ( 5,0%)
Stellenzugang (ggü. Vorjahresmonat): 1.008 (+10,8%)
Stellenbestand (ggü. Vorjahresmonat): 3.687 (+17,6%)

Oldenburger Münsterland. Im Juli ist die Zahl der Arbeitslosen im Oldenburger Münsterland gestiegen. „Dafür verantwortlich sind schwerpunktmäßig drei Faktoren“, sagt Tina Heliosch, Leiterin der Agentur für Arbeit Vechta. „Zum einen meldeten sich wieder viele junge Menschen arbeitslos, die entweder gerade die Schule oder eine Ausbildung beendet haben. Ein großer Teil von ihnen hat bereits berufliche oder schulische Perspektiven in Aussicht. Daher wird die Zahl der jungen Arbeitslosen erfahrungsgemäß in den kommenden Wochen wieder deutlich zurückgehen.“ Ein weiterer Faktor für den Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli sind laut Heliosch auslaufende befristete Arbeitsverträge zum Quartalsende. Hinzu kommt, dass Neueinstellungen häufig erst nach der Urlaubs- und Ferienzeit wieder vorgenommen werden, wenn die Personalentscheider wieder vor Ort in den Betrieben sind.

- Hier finden Sie den gesamten Arbeitsmarktreport für das Oldenburger Münsterland zum Download -

Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Vechta ist im Juli gestiegen. Mit insgesamt 7.796 Personen waren bei den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit und den Jobcentern Vechta und Cloppenburg 442 Arbeitslose bzw. 6,0% mehr gemeldet als im Juni. Im Vergleich zum Juli 2016 sank die Arbeitslosigkeit jedoch um 953 Personen bzw. 10,9%. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 4,4%, während sie im Vorjahr 5,0% betrug.

Unterbeschäftigung
Ergänzend zur gesetzlich definierten Zahl der Arbeitslosen veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden1. Nach vorläufigen Angaben waren im Juli einschließlich der arbeitslos Gemeldeten insgesamt 10.719 Menschen (378 bzw. 3,4% weniger als im Juli 2016) unterbeschäftigt.

Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung
Bei den für die Grundsicherung zuständigen Jobcentern stieg die Arbeitslosenzahl im Juli um 100 bzw. 2,2% gegenüber dem Vormonat auf 4.572. Gegenüber dem Vorjahr waren hier 398 bzw. 8,0% weniger Menschen arbeitslos gemeldet.
Bei der für die Arbeitslosenversicherung zuständigen Agentur für Arbeit stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 342 bzw. 11,9% auf 3.224. Hier waren 555 bzw. 14,7% weniger Arbeitslose gemeldet als zur gleichen Zeit im Vorjahr.

Ausländer/Flucht
Die Zahl der arbeitslosen Ausländer stieg im Juli auf 2.226 Personen. Das waren 126 oder 6,0% mehr als im Juni, aber 385 oder 14,7% weniger als im Juli vor einem Jahr. Zu der Gruppe der Ausländer gehören sowohl Menschen, die schon länger im Oldenburger Münsterland leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge. Seit letztem Jahr kann die Zahl der Flüchtlinge konkretisiert werden, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich hier in der Region um Arbeit oder Ausbildung bemühen.2 Im Juli 2017 waren 916 Geflüchtete bei den Jobcentern und Arbeitsagenturen als arbeitslos gemeldet. Das waren 252 oder 21,6% weniger als im Vorjahr. Weitere 1.379 befanden sich in Integrationskursen, Qualifizierungsmaßnahmen oder waren erwerbstätig und suchten eine neue Stelle. Das waren 669 oder 94,2% mehr als im Vorjahr.3

Stellenmarkt
Dem Arbeitgeberservice wurden im Juli 1.008 neue Stellen zur Besetzung gemeldet. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 98 bzw. 10,8%. Der durchschnittliche Bestand an gemeldeten Stellen stieg gegenüber Juli 2016 um 552 bzw. 17,6% auf 3.687. Die neuen Arbeitsstellen wurden im Juli primär für die Bereiche Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe (96 neue Stellen), Kunststoff- und Holzherstellung, -verarbeitung (91) sowie Lebensmittelherstellung und –verarbeitung (83) gemeldet.

Ausbildungsmarkt
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres meldeten sich im Oldenburger Münsterland 2.529 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das waren 166 bzw. 6,2% weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich wurden dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und der Jobcenter 3.134 freie Ausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet, das waren 108 bzw. 3,6% mehr als im Vorjahr. „Die Schere zwischen gemeldeten Ausbildungsstellen und Bewerbern geht im Oldenburger Münsterland weiter auseinander. Damit wird es für die Unternehmen immer herausfordernder ihren Fachkräftebedarf zu decken“, erklärt Heliosch. Der Ausbildungsmarkt 2017 befindet sich aktuell auf der Zielgeraden. Trotzdem sind auch jetzt noch 967 Ausbildungsstellen unbesetzt; 93 bzw. 10,6% mehr als im Vorjahr. Zudem waren noch 556 Bewerber ohne Ausbildungsplatz bzw. ohne berufliche Alternative; 4 bzw. 0,7% mehr als vor einem Jahr. „Das zeigt, dass trotz des hohen Angebotes an Ausbildungsstellen längst nicht jeder Jugendliche den passenden Ausbildungsbetrieb findet“, sagt Heliosch. Mit Last-Minute-Aktionstagen wie beispielsweise am 02. und 03. August in Vechta und am 03. August in Cloppenburg, versucht die Agentur für Arbeit noch möglichst viele Ausbildungsverhältnisse auf dem Weg zu bringen. Sie bietet dabei einen Überblick über freie Ausbildungsstellen, checkt Bewerbungsunterlagen und sucht gemeinsam mit den Bewerbern nach beruflichen Alternativen.

1 Dazu gehören Personen z.B. in beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Gründungszuschuss. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.
2 Flüchtlinge sind im allgemeinen Sprachgebrauch Menschen, die wegen Verfolgung, Krieg oder Katastrophen aus ihrer Heimat geflohen sind. Im Kontext der Fluchtmigration werden folgende Gruppen unterschieden: Asylbewerber, anerkannte Asylbewerber bzw. Schutzsuchende, Kontingentflüchtlinge und geduldete Ausländer.
3 Anerkannte Schutzberechtigte werden von Jobcentern betreut und Asylbewerber und Geduldete von Arbeitsagenturen.

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