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Oldenburgische Landesbank AG mit solider Geschäftsentwicklung

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Oldenburg. Die Oldenburgische Landesbank AG (OLB) hat das Geschäftsjahr 2016 mit einem deutlichen Ergebnisplus gegenüber Vorjahr abgeschlossen. Der Gewinn vor Steuern erhöhte sich nach HGB-Rechnungslegung per 31. Dezember 2016 auf 54,3 Millionen (Mio.) Euro (Vorjahr: 34,3 Mio. Euro). Sondererträge aus Beteiligungen, Bewertungserträge bei den Pensionsrückstellungen und ein sehr positives Finanzanlageergebnis begünstigten die Entwicklung. Bereits wirksam zeigte sich auch das strategische Zukunftsprogramm OLB 2019. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Patrick Tessmann, Vorstandsvorsitzender der OLB, „wir konzentrieren uns auf unsere Beratungskompetenz und investieren in die Digitalisierung sowie die Verbesserung von Abläufen, um profitabel zu wachsen.“

Ihren Aktionären wird die Bank auf der Hauptversammlung am 24. Mai 2017 in Oldenburg vorschlagen, je Aktie eine Dividende in Höhe von 0,25 Euro (Vorjahr: 0,25 Euro) zuzüglich einer Sonderdividende in Höhe von 0,10 Euro je Aktie (Vorjahr: ./.) auszuzahlen – und damit eine Gesamtausschüttung von 0,35 Euro je Stückaktie. Zur Stärkung der Kapitalbasis soll der verbleibende Teil des Bilanzgewinns in Höhe von 27,1 Mio. Euro den Gewinnrücklagen zugeführt werden (Vorjahr: 13,0 Mio. Euro).

Ertragsdruck hält an

Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ließ das durchschnittliche Zinsniveau weiter sinken. Als Folge verringerte sich der Zinsüberschuss auf 229,9 Mio. Euro (Vorjahr: 245,6 Mio. Euro). In dieser Position war erneut ein Sonderertrag aus einer Beteiligung an einem Finanzdienstleister enthalten, dessen abschließende Ausschüttung in Höhe von 4,8 Mio. Euro aber deutlich unter dem Vorjahresbetrag von 10,3 Mio. Euro lag.

Der Provisionsüberschuss blieb mit 67,9 Mio. Euro knapp unter Vorjahr (Vorjahr: 68,8 Mio. Euro). Positiv entwickelten sich die Vermögensverwaltung (+4,4 Prozent gegenüber Vorjahr) sowie das Versicherungs-, Bauspar- und Immobiliengeschäft (insgesamt +4,6 Prozent gegenüber Vorjahr). Im Wertpapiergeschäft machten sich die volatilen Aktienmärkte bemerkbar (-12,6 Prozent gegenüber Vorjahr).

Effizienzsteigerungen im Mittelpunkt
Im Oktober 2015 hatte die OLB angekündigt, dass über einen Zeitraum bis zum Jahr 2019 etwa 280 Vollzeitstellen in der Bank entfallen werden. Im Geschäftsjahr 2016 reduzierte sich die Anzahl der Vollzeitstellen um 84 – für weitere rund 133 Vollzeitstellen ist die Umsetzung mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereits vertraglich fixiert. Der Personalaufwand verringerte sich auf 135,7 Mio. Euro (Vorjahr: 140,3 Mio. Euro).

Insgesamt waren per 31. Dezember 2016 bei der OLB 2.153 Mitarbeiter beschäftigt. Ihre Funktion als großer Ausbilder der Region erfüllt die Bank mit aktuell 168 Auszubildenden, von denen 54 ihre Ausbildung im Sommer 2016 begonnen haben.

Investitionen in die Digitalisierung und in die Modernisierung von Filialen sowie eine um circa 50 Prozent gegenüber Vorjahr auf 3,6 Mio. Euro erhöhte Bankenabgabe führten zur Zunahme der anderen Verwaltungsaufwendungen. Diese konnten wegen des konsequenten Kostenmanagements der Bank auf 75,6 Mio. Euro begrenzt werden (Vorjahr: 74,5 Mio. Euro). Im Saldo sonstiger betrieblicher Erträge und Aufwendungen, der sich auf 3,1 Mio. Euro verbesserte (Vorjahr: -9,1 Mio. Euro), wirkten sich Entlastungen bei den Pensionsrückstellungen aus, die zu einem Bewertungsertrag führten.

Risikovorsorge besser als geplant
Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft lag mit 37,1 Mio. Euro geringfügig über dem Vorjahr (36,3 Mio. Euro), entwickelte sich jedoch deutlich besser als in der vorsichtigen Jahresplanung veranschlagt worden war. Im Schiffsportfolio waren netto zusätzliche Vorsorgen in Höhe von 17,0 Mio. Euro und damit 2,0 Mio. Euro weniger als im Vorjahr erforderlich, da die OLB in den vergangenen Jahren bereits ein hohes Maß an Bevorsorgung erreicht hat. Insgesamt hat die OLB die Größe des Schiffsportfolios inzwischen auf circa 2,6 Prozent der Bilanzsumme reduziert.

Beim sonstigen Ergebnis verzeichnete die Bank einen deutlichen Zuwachs auf 21,6 Mio. Euro (Vorjahr: -0,9 Mio. Euro). Hierzu trug aus dem Anleihegeschäft ein Realisierungsergebnis in Höhe von 18,3 Mio. Euro bei. Unter anderem hatte die OLB strategisch aufgebaute Positionen in langfristigen Wertpapieren umgeschichtet in höher verzinstes Kundenkreditgeschäft mit besserer Rendite für die Bank. Darüber hinaus konnte ein Gewinn von 3,3 Mio. Euro für die eingebrachten Anteile an Visa Europe Ltd. im Zuge der Übernahme durch Visa Inc., USA, realisiert werden.

Der Jahresüberschuss erhöhte sich insgesamt auf 35,2 Mio. Euro (Vorjahr: 18,3 Mio. Euro).

Starker Partner für Mittelstand und Privatkunden
Das Kreditvolumen konnte auf 10,5 Milliarden (Mrd.) Euro ausgebaut werden (Vorjahr:
10,2 Mrd. Euro). Treiber waren das starke Neugeschäft mit privaten Baufinanzierungen
(+17 Prozent gegenüber Vorjahr) und das Wachstum bei neu abgeschlossenen gewerblichen Investitionsdarlehen für den regionalen Mittelstand (+26 Prozent gegenüber Vorjahr).

Die Kundeneinlagen entwickelten sich positiv auf 8,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 7,4 Mrd. Euro). Der Trend einer Umschichtung von fälligen Spareinlagen in kurzfristige, unverzinste Einlagen hielt weiter an.

Die Bilanzsumme betrug 14,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 13,8 Mrd. Euro). Einschließlich des thesaurierten Anteils des Bilanzgewinns aus dem Vorjahr wuchs das Kernkapital per 31. Dezember 2016 auf 602,3 Mio. Euro (Vorjahr: 596,2 Mio. Euro). Die Kernkapitalquote konnte auf 11,2 Prozent erhöht werden (Vorjahr: 10,8 Prozent) und lag nach wie vor deutlich über den regulatorischen Mindestanforderungen.

Im September 2016 wurde die OLB von der Allianz Deutschland AG und der Allianz SE darüber informiert, dass die Allianz verschiedene strategische Alternativen für die teilweise oder vollständige Reduzierung ihres Anteilsbesitzes an der OLB prüft und in diesem Zusammenhang Gespräche mit interessierten Parteien über einen möglichen Verkauf führt. Hierzu sind zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Angaben möglich.

Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2017 plant die OLB, mit leicht ansteigenden Erträgen aus dem operativen Geschäft und rückläufigen Verwaltungsaufwendungen weitere Fortschritte in der Umsetzung des Zukunftsprogramms „OLB 2019“ zu machen. Aufgrund einer konservativ geplanten Risikovorsorge und verringerten positiven Einflüssen durch Einmaleffekte erwartet die Bank einen moderaten Rückgang des Gewinns vor Steuern gegenüber 2016.

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